Interview zur crossmedialen Journalistenausbildung

Das „Medium Magazin“ hat ein Interview mit mir im Themenspecial „Ausbildung für Onliner“ (Märzausgabe oder hier online) veröffentlicht. Es geht um die crossmediale Ausbildung – zum Beispiel um unser neues crossmediales Labor an der Uni Eichstätt – aber auch grundsätzlich um die Anforderungen an zeitgemäße Journalistenausbildung.

Das Konzept der crossmedialen Journalistenausbildung

Schon vor knapp zwei Jahren haben wir den Beitrag geschrieben – nun ist er endlich erschienen: „Das ,Kreuzen‘ der Medien: Das Konzept des crossmedialen Labors“. Wissenschaft dauert manchmal besonders lang, vor allem wenn es um die Produktion von Sammelbänden geht. Aber der Beitrag und das gesamte Buch sind keineswegs veraltet. Zusammen mit meinen ehemaligen Mitarbeitern an der TU Dortmund – Vanessa Giese und Tobias Schweigmann – habe ich das Konzept der crossmedialen Lehrredaktion in Dortmund beschrieben und analysiert. Ich hatte dort ja den Lehrstuhl für “Crossmediale Entwicklungen des Journalismus”. Es geht in dem Beitrag auch grundsätzlich um crossmediale Journalistenausbildung; der Text soll für alle Formen und Konzepte der Journalistenausbildung Anregungen bieten. Denn alleine die Frage, was “Crossmedia” im Journalismus überhaupt bedeutet und welche Konsequenzen es für die Ausbildung hat, ist nicht einfach zu beantworten.

Jetzt an der Uni Eichstätt ist das Thema wieder hochaktuell: Wir werden in den nächsten Wochen ein crossmediales Labor einrichten und dafür rund 300.000,- Euro investieren. Ein Großteil der Summe kann über Drittmittel (begutachtet von der Deutschen Forschungsgemeinschaft) finanziert werden. Das Eichstätter Konzept unterscheidet sich vom Dortmunder in vielen Details – vor allem aufgrund der Rahmenbedingungen. Beiden gleich ist aber, dass die Ausspielkanäle wie Print, Fernehen und Internet redaktionell in einer Matrixorganisation gekreuzt werden und die journalistischen Themen von crossmedialen Teams für mehrere Plattformen aufbereitet werden.

Das crossmediale Arbeiten in Redaktionen wird in vielen Medienorganisationen künftig noch wichtiger werden. Der Bayerische Rundfunk zum Beispiel plant zurzeit eine groß angelegte trimediale Strategie “BR hoch 3″, die vom Intendanten Ulrich Wilhelm strategisch vorgegeben wurde. Ohne crossmediale Ausbildung wird es künftig nicht mehr gehen.

Der Buchbeitrag: Klaus Meier/Vanessa Giese/Tobias Schweigmann: Das ,Kreuzen‘ der Medien: Das Konzept des crossmedialen Labors. In: Beatrice Dernbach/Wiebke Loosen (Hg.): Didaktik der Journalistik. Konzepte, Methoden und Beispiele aus der Journalistenausbildung. Wiesbaden: Springer Fachmedien 2012, S. 311-322.

Nachtrag im Mai 2012: Mittlerweile ist unser neues crossmediales Labor an der Uni Eichstätt in Betrieb gegangen. Infos dazu.

Start ins Wintersemester an der KU Eichstätt-Ingolstadt

Zum Wintersemester habe ich die Rolle des Fachsprechers der Eichstätter Journalistik übernommen und durfte in dieser Funktion unsere neuen Studierenden begrüßen. In diesem Semester arbeiten wir im Master weiter an unserem Projekt zur Redaktionsorganisation: Wir untersuchen die Strukturen einer großen Redaktion beim Bayerischen Rundfunk und erarbeiten zusammen mit den Journalisten Vorschläge zur Optimierung von Aufbau und Abläufen, Koordinationen und Konferenzen. Im Bachelor-Studiengang darf ich die Einführungsvorlesung halten. Zudem setze ich die Vortrags- und Diskussionsreihe “Journalistisches Kolloquium” fort, die mein Vorgänger Walter Hömberg vor 20 Jahren gegründet hat. In diesem Semester kommen u.a. Jens Radü (Spiegel), Wolfgang Pütz (Servus TV), Wolfgang Büchner (dpa) und Matthias Matussek (Spiegel). Zum vollständigen Programm. Interessierte Gäste sind herzlich eingeladen.

Neu: Internationaler Studiengang zum Innovationsmanagement in Medien

Bislang arbeiten Innovations- und Entwicklungsredaktionen häufig recht isoliert vor sich hin. Ein neuer Weiterbildungsstudiengang will internationale Netzwerke fördern: Im Master IMIM erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, frühzeitig von ähnlichen Projekten in anderen Ländern zu erfahren und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Mit im Boot sind Medienunternehmen und Dozierende aus Deutschland (z.B. Wolfgang Blau), Großbritannien (z.B. Alan Rusbridger), Österreich (z.B. Matthias Karmasin und Andy Kaltenbrunner), Spanien (z.B. José García Avilés) oder der Schweiz (z.B. Vinzenz Wyss). Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus diesen Ländern war ich an der Entwicklung des Programms beteiligt und werde auch in diesem Studiengang lehren. Journalisten und andere Mitarbeiter in Medienunternehmen studieren berufsbegleitend. Medienunternehmen können zusammen mit einem studierenden Mitarbeiter Projekte oder Problemstellungen aus dem eigenen Unternehmen in die internationalen Teams einbringen. Der Branchendienst meedia.de hat bereits berichtet; eine Pressemitteilung informiert über Konzept und beteiligte Partner. Interessenten können sich gerne direkt an mich wenden.

Start ins Sommersemester an der KU Eichstätt-Ingolstadt

Mein erstes volles Semester zurück an der Uni Eichstätt beginnt in der nächsten Woche. In meinen Lehrveranstaltungen im Bachelor Journalistik und im Master “Management und Innovation in Journalismus und Medien” werden wir uns viel mit Wandel und Innovation beschäftigen. In einem Masterprojekt wollen wir die Strukturen einer Redaktion untersuchen und zusammen mit den Journalisten Vorschläge zur Einführung eines neuen Newsrooms machen. Das iPad und mögliche neue Erzählformen für den Journalismus werden eine große Rolle in Bachelor und Master spielen. Ganz besonders freue ich mich auf die Begleitseminare zu Abschlussarbeiten: 15 Studierende in Bachelor und Diplom sowie neun Promovierende.

Veröffentlichungen in Festschriften zur Krise des Journalismus, zu Transparenz im Journalismus und zur Veränderung der Wissenschaft durch das Internet

Mein erstes Semester an der TU Dortmund ist zu Ende gegangen. Der Lehrstuhl für crossmediale Entwicklungen des Journalismus bekommt nach Monaten des Aufbaus Kontur. Mittlerweile sind es fünf wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zusammen mit mir eine Fülle von Lehr- und Forschungsprojekten durchführen, beginnen oder anschieben. Erstes Durchatmen – mit froher Perspektive nach vorne.

In jüngster Zeit sind drei Veröffentlichungen erschienen – alle in Festschriften: “Transparenz im Journalismus. Neue Herausforderungen im digitalen Journalismus” heißt ein kurzer Beitrag in der Festschrift zum 150. Jubiläum des Wiener Presseclubs Concordia. Meine bereits vor einem Jahr veröffentlichten Thesen zum “Journalismus in der Krise” und zum “Strukturwandel der Medien” habe ich für einen Buchbeitrag erweitert und aktualisiert: Das Buch “Journalismus lehren” beginnt nun mit diesem Kapitel. Es ist zum zehnten Jubiläum der Journalistenakademie erschienen. Und für die Festschrift zum 65. Geburtstag von Walter Hömberg habe ich eine nicht ganz ernst gemeinte Kurzgeschichte zur Veränderung der Wissenschaft durch das Internet beigetragen. Das Buch ist als Sonderheft der Zeitschrift Communicatio Socialis unter dem Titel “Vom Vorwort bis zum Friedhofsgespräch” erschienen und würdigt Walter Hömberg als Meister des Zentralen und Marginalen.

Wissenschaftliche Mitarbeiter(innen) gesucht

Am Institut für Journalistik sind mehrere Mitarbeiterstellen ausgeschrieben – für Forschung und Lehre. Neben meinen Kollegen Susanne Fengler (eine Ausschreibung) und Michael Steinbrecher (zwei Ausschreibungen) suche ich nach zwei neuen Mitarbeitern/innen: In einer Stelle geht es um die Leitung und Koordination der Lehrredaktion Online sowie um die Umsetzung des crossmedialen Newsdesks, der die Lehrredaktionen Print, Radio, TV und online verknüpft (Bewerbungsschluss 11.12.). Die andere Stelle ist im Kontext des Projekts „TV-Lernsender NRW“ ausgeschrieben. Es geht einerseits um eine angewandte Begleitforschung des Projekts im Bereich Crossmedia TV/Internet, andererseits um Grundlagenforschung an der Schnittstelle zwischen Fernsehen und Internet (Bewerbungsschluss 21.12.).

Start am Institut für Journalistik der Uni Dortmund

Am Montag beginnen die Lehrveranstaltungen am Institut für Journalistik der Uni Dortmund. Zusammen mit Claus Eurich werde ich die Einführungsvorlesung für die Erstsemester halten. Ein Forschungslehrprojekt im dritten Semester geht in einem Experiment der Frage nach, ob journalistische Transparenz (z.B. Quellenverweise, Links, Korrekturen etc.) tatsächlich zu mehr Vertrauen und Glaubwürdigkeit führt. Für das Hauptstudium biete ich zwei Seminare/Übungen an: “Online-Story-Telling” (multimediale Reportagen) und “Herausforderung Redaktionsorganisation: Trends und Innovationen”. Zudem werde ich zusammen mit den Redaktionsleitungen und dem Kollegen Michael Steinbrecher den weiteren Aufbau des crossmedialen Newsdesks unterstützen, der die vier Redaktionen der regelmäßig erscheinenden Campusmedien verknüpft – ein wahrhaft gigantisches und einmaliges Projekt.

Abschied von der Hochschule Darmstadt

Mit bewegenden Worten, ermutigenden Geschenken und ein paar Tränen in meinen Augen haben mich die Kolleginnen und Kollegen und die Studierenden der Hochschule Darmstadt verabschiedet. Danke für alles! Ich werde die Studiengänge Online-Journalismus und Wissenschaftsjournalismus nie vergessen.

In diesen Tagen habe ich den Ruf auf eine Professur am Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund angenommen. Die Darmstädter/Dieburger Abschiedsgeschenke – u.a. BVB-Fanausrüstung, eine “Gebrauchsanweisung für das Ruhrgebiet” und ein Verzehrgutschein vom Curry Heini – werden mir den Start am 1. September sicher erleichtern.