Tagung: Innovative Journalismusforschung

Mehr als 50 Wissenschaftler treffen sich vom 5. bis zum 7. Februar zur Tagung „Methoden der Journalismusforschung“ in Berlin. Nach den Keynotes von Wolfgang Donsbach (Dresden) und Armin Scholl (Münster) werde ich das Panel „Ansätze und Designs“ eröffnen – mit dem Vortrag „Angewandte Journalismusforschung als Aktionsforschung“. Ich vermute, dass mein methodisch innovativer Ansatz heftig umstritten sein wird (der Review-Prozess hat das schon signalisiert). Die Mainstream-Sozialforschung, die zurzeit auch für die Kommunikationswissenschaft bestimmend ist, dürfte mit dem Ansatz der Aktionsforschung Probleme haben: Denn die Aktionsforschung lehnt das Postulat ab, die soziale Realität dürfe durch den Forschungsprozess nicht verändert werden, sondern sucht bewusst Anschluss- und Kooperationsmöglichkeiten mit dem Ziel, die Forschungstätigkeit in die Alltagspraxis der „Beforschten“ einzubinden, um diese in einem gemeinsamen Lernprozess zu verändern. Journalismusforschung kann so in einem dialogischen und zyklischen Prozess die Kluft zwischen Wissenschaft und journalistischer Praxis versuchen zu überwinden.

Bei meinen Forschungs- und Beratungsprojekten mit APA (Wien), br-online (München) und sda (Bern) habe ich einzelne Bausteine der Aktionsforschung getestet. Die Erfahrungen daraus möchte ich in Berlin präsentieren. Entwicklungsmöglichkeiten der Aktionsforschung sehe ich zum Beispiel in anwendungsorientierten Abschlussarbeiten der Journalistik (auf Masterniveau; z.B. auch Weiterbildungsmaster), in denen Studierende Innovationskonzepte in Kooperation mit Redaktionen entwerfen, diese im sozialen Feld exemplarisch umsetzen und evaluieren. Die Aktionsforschung ist für die Redaktions- bzw. Organisationsforschung im Sinne einer Organisationsberatung besonders geeignet. Sie muss aber nicht darauf beschränkt bleiben. Denkbar sind zum Beispiel auch das forschungsbegleitete Entwickeln, Implementieren und Evaluieren neuer journalistischer Formen (Darstellungsformen und Erzählweisen), Formate (z.B. crossmediale oder partizipative Formate) und Konzepte (z.B. Experimente mit „Public Journalism“ auch in Deutschland).

Ich bin gespannt auf die Debatte. Die Beiträge der Tagung sollen in einem Sammelband veröffentlicht werden, der wohl noch 2009 erscheinen wird.

Lehrbuch Journalistik ist fertig

Endlich geschafft: Das Lehrbuch Journalistik ist fertig und geht in Druck. Am 20. September wird das Buch mit 276 Seiten ausgeliefert. Infos zum Buch und aktuelle Fundstücke zu den Themen des Buches gibt es im Weblog zum Lehrbuch (vgl. den Feed rechts auf dieser Seite). Bestellungen in jeder Buchhandlung und natürlich bei Amazon.

Journalistik – in der Krise oder im Aufbruch?

Ist die Journalistik in der Krise oder im Aufbruch? – Eine Zusammenfassung meines Vortrags zum Bologna-Prozess in der Journalistik ist nun in der Zeitschrift Aviso erschienen (S. 24/25). Es war die Keynote der Tagung „Journalistenausbildung im Umbruch” im Oktober 2006 an der Uni Münster.

17. Auflage „Einführung in den praktischen Journalismus”

Der Klassiker „Einführung in den praktischen Journalismus” von Walther von La Roche liegt in der 17., völlig neu bearbeiteten Auflage vor. Ich arbeite ja seit der 15. Auflage 1999 an dem Buch mit – Gabriele Hooffacker seit der 16. Auflage. Wir werden das Buch offiziell beim 28. Münchner Mediengespräch vorstellen: am 31. Mai um 19.30 Uhr im Bayernforum der Friedrich-Ebert-Stiftung. Im Dezember 2005 ist das Buch übrigens übersetzt als ukrainische Ausgabe erschienen.