Video-Gesprächsreihe: Fake und Fakt im Bild

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften hat eine sehr interessante Gesprächsreihe per Video aufgezeichnet: Es geht um die Macht, die Bilder und Videos haben, Wirklichkeit zu konstruieren und dabei Kontexte und Narrative zu schaffen – um Strategien der Beglaubigung, aber auch der gezielten Desinformation. Ich durfte mich beteilgen und den Social Media-Experten Stefan Primbs sowie Professor Michael Seadle (Humboldt-Elsevier Data & Text Centre, Berlin) interviewen – und Professor Christoph Neuberger hat mich interviewt. Außer diesem Themenblock zum Journalismus gibt es in der Video-Reihe eine Fülle von Informationen und Inspirationen zur Zeugenschaft von Bildern im digitalen Wandel, zu Bilderkrisen und Bildkritik. https://faktizitaet.badw.de/veranstaltungen/fake-und-fakt-im-bild.html

Gegründet 1945: Interviews und Beiträge zu Zeitungsjubiläen „75 Jahre“

Viele Tageszeitungen in Deutschland wurden im Herbst 1945 mit Lizenz der Alliierten gegründet. Sie dürfen in diesen Tagen das Jubiläum „75 Jahre“ feiern. Eigentlich hätten viele feierliche Veranstaltungen stattfinden sollen – und ich hatte mich schon sehr darauf gefreut. Das sind ja auch Festtage für unsere Demokratie. Sie mussten alle abgesagt werden. Dafür gab und gibt es gerade schöne Zeitungsbeilagen zum Jubiläum. U.a. an folgenden Beilagen bin ich mit Interviews und Beiträgen beteiligt: Augsburger Allgemeine, Oktober 2020, S. 8-9, Frankenpost, 16.10.20, S. 44, Nürnberger Nachrichten, 6.10.20, S. 85, Main-Post, 24.11.20, S. 8, Main-Echo, 24.11., S. 4-5, Schwäbische Zeitung, 4.12.20, S. 35. Herzliche Gratulation!

Nachtrag: Das Bayerische Fernsehen hat am 22. November mit mir ein Interview per Skype geführt: Anlass waren die Jubiläen von Main-Echo und Main-Post in Unterfranken. Hier kann man die Sendung in der Mediathek anschauen: Zuerst kommt ein Beitrag über Main-Echo und Main-Post – und ab 8:11 das Interview

Artikel zum Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis

„Die Kluft überwinden – Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis“, zu diesem Thema habe ich bei der Medienversammlung NRW am 7. November 2019 in Köln auf Einladung der Landesanstalt für Medien NRW einen Impulsvortrag gehalten. Nun hat der Fachdienst „epd Medien“ meinen Text dazu veröffentlicht. Der Text ist hier kostenlos abrufbar.

Interview zur Wissenschaftskommunikation

Die Zeitschrift „Forschung & Lehre“ (Redakteurin Katrin Schmermund) hat ein Interview mit mir zur Wissenschaftskommunikation geführt: Wir haben Grundsätzliches zum Verhältnis zwischen Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftsjournalismus festgehalten – und darüber hinaus ein paar neuere Forderungen formuliert. Hier das pdf aus dem gedruckten Heft.

Aufsatz erschienen: Innovative Journalistenausbildung durch Transferprojekte

Die Journalistenausbildung an Hochschulen hat traditionell zwei Säulen: Kommunikationswissenschaft und praktisches handwerkliches Training. In unserem Masterstudiengang „Journalistik mit Schwerpunkt Innovation und Management“ haben wir eine dritte Säule eingezogen, die gleichzeitig die beiden anderen Säulen verbindet: Transferprojekte mit Redaktionen. Studierende forschen zu Fragestellungen der Praxis, zu den Herausforderungen des Journalismus im digitalen Zeitalter, zu innovativen Formaten und zu neuen Strukturen und Workflows in Redaktionen. Kooperationspartner sind zum Beispiel der Bayerische Rundfunk oder der Spiegel.

Die Erkenntnisse aus sieben Jahren Erfahrung mit solchen Projekten habe ich jetzt zusammen mit Jonas Schützeneder ausgewertet und in einer internationalen Fachzeitschrift veröffentlicht: Bridging the Gaps: Transfer Between Scholarly Research and Newsrooms in Journalism Education—Toward an Evidence-Based Practice in an Age of Post-Truth and State of Flux.

Wer sich für den Aufsatz interessiert, aber keinen Zugang zu dieser Zeitschrift hat, schreibt mir bitte eine Mail.

Buchbeitrag zu Berichterstattungsmustern erschienen

Objektive Berichterstattung oder Investigativer, Interpretativer oder Erzählerischer Journalismus. Oder neuerdings Datenjournalismus, Konstruktiver, Konfliktsensitiver oder Fact-Checking-Journalismus. Was unterscheidet diese Journalismen? Die Journalismusforschung verwendet zur Unterscheidung und Charakterisierung den Begriff der „Berichterstattungsmuster“. Sie unterscheiden sich im Bezug zur Wirklichkeit, indem sie unterschiedliche Themen aufgreifen und diese jeweils anders bearbeiten. Sie haben verschiedene Intentionen und Qualitätsvorstellungen – und sie sind zu einem Teil der persönlichen Einstellung der Journalisten, der redaktionellen Routinen und der allgemeinen Berufskultur geworden. Berichterstattungsmuster sind seit 35 Jahren ein randständiges Thema der Journalismusforschung, aber ein wichtiges Kapitel in allen Lehrbüchern und damit der Kanonisierung des Faches. Für diesen Buchbeitrag habe ich Berichterstattungsmuster erstmals mit einer qualitativen Inhaltsanalyse systematisch kategorisiert: Berichterstattungsmuster als Strategie der Komplexitätsreduktion.

New paper out: Audience Engagement in post truth age

Our paper on „Audience Engagement In a Post-Truth Age“ has been published in the journal „digital journalism“. In any discussion about a “post-truth age,” the audience is both part of the problem and part of the solution. The authority of journalism is called into question if everyone can participate in generating and spreading verified and unverified, relevant and irrelevant “news.” At the same time, journalism can integrate the audience into the editorial process and dialogue in an unprecedented variety of ways, thereby disclosing the way journalism works and raising awareness for the difference between journalism and any form of mis- and disinformation. Thus “Audience Engagement” is becoming a key factor for journalism in a post-truth era. This article analyses dimensions of audience engagement in a holistic sense. Key findings were gathered through interviews with practitioners within the innovative training format “Learning Lab Audience Engagement.” Factors for a successful audience engagement comprise a paradigm shift away from a “lecturing” towards a “dialogue” approach. This approach changes not only journalism, media and newsroom cultures: Educational institutions have to change their attitude accordingly. The experience of the participants suggests that a broad understanding of media and training organisations alike as “engaging organisations” brings with it several challenges and limitations but can help to raise trust.

Klaus Meier, Daniela Kraus, and Edith Michaeler: Audience Engagement in a Post-Truth Age. What it means and how to learn the activities connected with it. In: Digital Journalism, online first, 25 September 2018 (DOI: 10.1080/21670811.2018.1498295). If you do not have access: For the full paper, please send me a mail or use this link which provides some free eprints: https://www.tandfonline.com/eprint/zvKe58EtVWEJdvqYMNay/full.

Amerikanisch-deutsche Debatte um den deutschen Journalismus

Der geschätzte New Yorker Journalistik-Professor Jay Rosen hat in der FAZ einen „Brief an deutsche Journalisten“ veröffentlicht. Das Medien-Portal meedia.de bat mich um eine kritische Prüfung seiner Analyse. Ich finde, dass sein Text durchaus inspirierend ist, aber an entscheidenden Stellen zum Teil banal, zum Teil schwammig – und vor allem missverständlich. Diese Stellen habe ich aufgegriffen und aus Sicht der Journalismusforschung versucht zu erhellen und zu vertiefen.

Lehrbuch Journalistik: 4. Auflage erschienen

Journalistik_4_KartonWas müssen Studierende im Fach Journalistik/Journalismus im ersten oder zweiten Semester wissen? Im digitalen Zeitalter mit einem raschen Medienwandel ist diese Frage nicht leicht zu beantworten. Im vergangenen halben Jahr habe ich mich damit wieder intensiv beschäftigt und das Lehrbuch Journalistik, das 2007 zum ersten Mal erschienen ist, erneut überarbeitet. Heute ist die vierte Auflage erschienen.

Grundlage bleibt mit Sicherheit die Aufgabe des Journalismus in Gesellschaft und Demokratie (und damit ein wesentlicher Baustein zur Theorie des Journalismus), aber auch die Forschungsmethoden und wichtigsten Erkenntnisse der Journalismusforschung sind basal. Dazu gehören klassisch die Geschichte des Journalismus und ein weltweiter Vergleich der Kommunikationsfreiheit, die Nutzung und Wirkung von Journalismus und Medien, die ökonomischen Grundlagen von Medienunternehmen, die Herausforderungen der Redaktionsorganisation oder zentrale Debatten um Realität und Objektivität, Qualität und Ethik. In vielen Kapiteln und Unterkapiteln mussten Entwicklungen der letzten Jahre ergänzt werden (Social Media, YouTuber, Fake News, Filterblasen, Netzwerkdurchsetzungsgesetz – um nur ein paar Schlagworte zu nennen). Zudem mussten natürlich alle Zahlen, Daten und Tabellen auf den neuesten Stand gebracht werden.

Ist die Überarbeitung gelungen? Für Kritik und Lob, Anregungen und Ergänzungen per Mail oder als Kommentar zu diesem Betrag hier danke ich sehr. Mit Erscheinen der vierten Auflage werde ich das Blog zum Buch nun endgültig aufgeben; es wird zumindest für einige Zeit als Archiv öffentlich bleiben. Ich habe ja schon seit zweieinhalb Jahren nichts mehr darin geschrieben. Andere Plattformen, wie die Website des Studiengangs Journalistik, dieser persönliche Blog hier oder meine berufliche Kommunikation auf Facebook bieten Möglichkeiten genug.