Studie erschienen: Innovationslabore 2.0 als Motor der Transformation

Sie heißen SWR X Lab, HH Lab, WDR Innovation Hub, DW Lab oder ida (MDR/ZDF) – und sie sind Motor für Innovation und Transformation des Journalismus: Innovationslabore in Medienunternehmen. Unsere Studie zur zweiten Generation dieser Labs ist jetzt als open access-Aufsatz mit kostenlosem Zugang erschienen. Die ersten Labore begannen in vielen Ländern vor rund zehn Jahren. In jüngerer Zeit baut eine neue Generation auf den Erfahrungen der ersten Labore auf. Unser Beitrag untersucht, welche Learnings die Lab-Mitglieder im Vergleich zu den Pionieren der ersten Generation gemacht haben. Die explorative Studie konzentrierte sich auf fünf Labs in Deutschland. Ein Entwicklungssprung zeigt sich in den vielfältigen Bemühungen der Labormitarbeiter, nicht mehr in ihrem Laborumfeld zu verbleiben, sondern als Innovationsmotor für die Transformation ihrer Medienorganisation zu wirken: durch Wissenstransfer, Weitergabe neuer Ideen und Ansätze durch Fortbildung, umfassende und transparente Innovationskommunikation, agile Projektbegleitung und Personalrotation. Die Innovation Labs 2.0 setzen auf einen Prozess des ständigen Lernens und der dynamischen Veränderung.

Video-Gesprächsreihe: Fake und Fakt im Bild

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften hat eine sehr interessante Gesprächsreihe per Video aufgezeichnet: Es geht um die Macht, die Bilder und Videos haben, Wirklichkeit zu konstruieren und dabei Kontexte und Narrative zu schaffen – um Strategien der Beglaubigung, aber auch der gezielten Desinformation. Ich durfte mich beteilgen und den Social Media-Experten Stefan Primbs sowie Professor Michael Seadle (Humboldt-Elsevier Data & Text Centre, Berlin) interviewen – und Professor Christoph Neuberger hat mich interviewt. Außer diesem Themenblock zum Journalismus gibt es in der Video-Reihe eine Fülle von Informationen und Inspirationen zur Zeugenschaft von Bildern im digitalen Wandel, zu Bilderkrisen und Bildkritik. https://faktizitaet.badw.de/veranstaltungen/fake-und-fakt-im-bild.html

Digitales Buch zur Neujustierung der Journalismusforschung

Zusammen mit Jonas Schützeneder und Nina Springer habe ich den Sammelband zur Jahrestagung 2019 der Fachgruppe Journalistik/Journalismusforschung in Eichstätt herausgegeben. Er ist im Dezember 2020 unter dem Titel „Neujustierung der Journalistik/Journalismusforschung in der digitalen Gesellschaft“ als Proceedings der DGPuK erschienen und unter diesem Link frei zugänglich. Relevanz und Fülle der Journalismusforschung sind in den letzten Jahren international enorm gestiegen. Mit neuem Selbstbewusstsein rückt sie einen ganzheitlichen Ansatz zur Erforschung und Analyse des Journalismus in der Gesellschaft in den Mittelpunkt. Die Entwicklungen werfen einen neuen Bedarf an Selbstreflexion auf. All dies wird in den zwölf Beiträgen des Bandes aufgegriffen.

Internationales DFG-Forschungsprojekt zu Innovationen und Qualität im Journalismus

1,3 Mio. Euro für die Journalismusforschung: Zusammen mit Andy Kaltenbrunner, Matthias Karmasin (Wien) und Vinzenz Wyss (Winterthur) und Jose A. García Avilés (Elche/Spanien) dürfen mein Team und ich ab Herbst drei Jahre lang aufwendig forschen. Wie beeinflussen Innovationen im Journalismus die Qualität von Berichterstattung und damit die Öffentlichkeit in der demokratischen Gesellschaft? – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt mit dem Titel „Innovationen im Journalismus in demokratischen Gesellschaften: Index, Einfluss und Voraussetzungen im internationalen Vergleich“ mit gut der Hälfte des Budgets. In A und der CH finanzieren der österreichische Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und der Schweizerische Nationalfond (SNF). Insgesamt werden ab Herbst 2020 mehr als ein Dutzend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem Projekt tätig sein. Träger dieser Forschungsarbeit sind neben der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in der Schweiz und das CMC-Institut an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Alpen-Adria-Universität sowie die Forschungsgesellschaft Medienhaus Wien in Österreich. Die Forschungserkenntnisse sollen international Orientierungshilfe und Ratschläge sowohl für die Medienpolitik als auch für die Organisation von Medien und Redaktionen anbieten, um Innovationen zu befördern, die die Qualität des Journalismus und seine Rolle in der Gesellschaft stärken.
Hier die Beschreibung des Projekts und der Projektpartner auf der DGF-Website.

Journalismus in der Krise: Analyse der Corona-Berichterstattung

Mein geschätzter Schweizer Kollege Vinzenz Wyss hat – genauso wie ich – in den vergangenen Tagen und Wochen die Corona-Berichterstattung beobachtet, und auch er wurde in Interviews befragt. Wir haben jetzt unsere Beobachtungen, Antworten und Einschätzungen in einer gemeinsamen Analyse zusammengefasst und erweitert – auch vor dem Hintergrund journalismustheoretischer Überlegungen. Uns geht es darum, kritische Denkanstöße zu geben, weil wir denken, dass gerade jetzt im Auge des Orkans ein Blick auf den Journalismus von außen wichtig ist.
Nachtrag am 31. Juli 2020: Eine Inhaltsanalyse des fög (Uni Zürich) liefert nun erstmals im deutschsprachigen Raum empirisch fundierte Erkenntnisse. Die Studie zeichnet insgesamt ein tendenziell positives Bild der Berichterstattung, aber die von uns monierten Mängel werden bestätigt: vgl. meinen Beitrag dazu in der Medienwoche.

Zeitungsinterviews, Radiosendungen und Diskussionen zum Corona-Journalismus

(aktualisiert am 2.3.2021)
2.3.: „1 Jahr Corona und wir: Meinung! Wie das Virus die Berichterstattung bestimmt“ Interviewausschnitte in einem Beitrag des NDR (https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/1-Jahr-Corona-und-wir-Meinung-Wie-Virus-die-Berichterstattung-bestimmt,einjahrcoronaundwirinmv108.html).

1.3.: „Kommunikation in der Corona-Krise: Haben die Medien etwas gelernt?“ Interviewausschnitte in einem Beitrag von MDR Medien 360g (https://www.mdr.de/medien360g/medienpolitik/ corona-haben-die-medien-etwas-gelernt-102.html).

28.12.: „Corona-Berichterstattung sollte keine Ängste schüren“. Interview mit Ralf Caspary, SWR2, Sendung Impulse (zum Nachhören).

18.12.: „Wir führen einen angstgetriebenen Diskurs“. Im Gespräch mit Liane von Billerbeck, Deutschlandfunk Kultur (zum Nachhören).

6.11.: Studiogast in der Sendung „Lebenszeit“, Deutschlandfunk: „Zu viel, zu einseitig? – Wie die Medien über Corona berichten“ (mp3-Datei)

14.9.: Podcast zum Lokaljournalismus in der Corona-Krise – mit der Drehscheibe, dem Magazin für Lokalredaktionen (Podcast).

7.7.: Kurzer Video-Vortrag mit Interview im Rahmen des Lokalrundfunktage Online Specials zur „Bedeutung des lokalen Rundfunks in Zeiten von Corona“ (zum Video).

7.7.: Interview zum lokalen Rundfunk als Informationsquelle in der Corona-Pandemie mit dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2) (als Podcast).

5.6.: Interview zum Thema „Corona-Berichterstattung: Das hätten Medien besser machen können“ in Deutschlandfunk Nova.

29.5.: Interview zum Thema „Fake News“ für das Kindermagazin „radioMikro“ des Bayerischen Rundfunks (erster Beitrag in der Sendung).

23.5. Interview in WDR2: „Wie erreichen wir jetzt Menschen, die sich Sorgen machen, die Zukunftsängste haben. Wie machen wir es den Extremisten nicht zu leicht, sie auf ihre Seite zu ziehen?“

13.5.: „Wissenschaft meets Massenmedien: Clash of Cultures oder fabelhafte Synergie?“ Podiumsdiskussion im Rahmen der MTMdigitalks der Medientage München am 13. Mai 2020 mit Ines Pohl (Deutsche Welle) und Martina Franzen (Kulturwissenschaftliches Institut Essen). Aufgezeichnet als YouTube-Video.

6.5.: Medien im Krisen-Modus – Wie gut ist der „Corona-Journalismus“ – Diskussionssendung SWR2-Forum von 17:05 bis 17:50 mit Kai Gniffke (SWR-Intendant) und Bernhard Pörksen (Universität Tübingen).

18.4.: Anna Hausmann vom Donaukurier hat mich in einem Interview zu Fake News und Verschwörungstheorien befragt und dies mit Beispielen vor allem zu Corona in eine Multimedia-Story gepackt.

18.4.: Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur KNA, veröffentlich u.a. bei domradio.de, über die Herausforderungen des Journalismus angesichts von Corona.

15.4.: In einer Live-Sendung im Deutschlandfunk von 10 bis 11:30 Uhr durfte ich mit Burkhard Nagel (ARD aktuell), Kai Röhrbein (Verband deutschen Lokalzeitungen) und Birgit Wentzien (Deutschlandfunk) zum Thema „In Krisenzeiten wächst das Bedürfnis nach Qualitätsjournalismus“ diskutieren. (mp3 zum Nachhören).

8.4.: Im Interview mit der Mainpost fragt mich Chefredakteur Michael Reinhard, nach den Unterschieden der Berichterstattung über Corona zwischen regionalem und überregionalem Journalismus – und, was ich als Chefredakteur jetzt tun würde.

5.4.: Das Interview mit der Schwäbischen Zeitung sucht einen etwas anderen Blick auf die Berichterstattung rund um Corona: den Lokal- und Regionaljournalismus, aber auch den Umgang mit Wissenschaftlern und Zahlen.

25.3.: Der Kölner Stadt-Anzeiger hat mich zum Journalismus in Zeiten der Krise interviewt. Über die Gratwanderung zwischen kritischer Distanz und der Vermittlung politischer Entscheidungen. Über journalistische Kompetenz gegenüber der Kompetenz der Virologen. Das Mehrquellen-Prinzip: „Follow the Science!“ – Aber: „Don’t blindly follow a single Scientist!“ Viele in unserer Gesellschaft merken gerade jetzt, dass Journalismus „systemrelevant“ für die Demokratie ist. Aber wie unterm Brennglas wird jetzt sehr deutlich, vor welchen Herausforderungen Journalismus immer steht und dass guter Journalismus eine Menge Arbeit bedeutet.

Video-Interview zum Corona-Journalismus

Vor welchen Herausforderungen stehen die Medien in der Coronakrise? Ist der Journalismus fachlich überhaupt gerüstet? – Ein Video-Interview über ethische Abwägungen, nötige Distanz, eine Fixierung auf Zahlen, die kaum eingeordnet und relativiert werden, und den problematischen Umgang mit einzelnen Wissenschaftlern, die zu Medienstars aufgebaut werden.


Artikel zum Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis

„Die Kluft überwinden – Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis“, zu diesem Thema habe ich bei der Medienversammlung NRW am 7. November 2019 in Köln auf Einladung der Landesanstalt für Medien NRW einen Impulsvortrag gehalten. Nun hat der Fachdienst „epd Medien“ meinen Text dazu veröffentlicht. Der Text ist hier kostenlos abrufbar.

Interview: „Qualitätsjournalismus fällt nicht vom Himmel“

Wie kann die redaktionelle Leistung der Verlage langfristig überleben? Wie kann unsere Gesellschaft einen unabhängigen Qualitätsjournalismus langfristig garantieren? Medienpolitik.net hat ein Interview mit mir zu einigen gerade diskutierten medienpolitischen Herausforderungen geführt.

Tagung: Neujustierung der Journalismusforschung in der digitalen Gesellschaft

Mit dem Wandel des Journalismus und der Journalismusforschung beschäftigen wir uns auf einer Tagung nächste Woche an der Uni Eichstätt: Wir erwarten zu dieser Jahrestagung der Fachgruppe Journalistik/Journalismusforschung in der DGPuK 90 Wissenschaftler*innnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Schweden und Frankreich. Worum es geht, steht in dieser Presseinfo – und im Programm.