Journalismus als Hüter der Demokratie

Wie wichtig Journalismus für die Demokratie ist, ist uns gerade in jüngster Zeit wieder mehr bewusst geworden – nicht nur in den USA oder in Ländern mit rechtspopulistischen Regierungen in Europa, sondern auch in Deutschland. Bei der Verabschiedung der Absolventinnen und Absolventen am Eichstätter Studiengang Journalistik habe ich in einer Rede darauf verwiesen, dass sich Journalismus immer als Hüter der Demokratie und der grundlegenden Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität begreifen muss. „Democracy dies in darkness“ schreibt die Washington Post seit gut einem Jahr als Motto auf ihre Titelseite. Licht in die gesellschaftlichen Verhältnisse zu bringen, hinter die oftmals einseitigen Narrationen und Stereotypen der Politik zu blicken, das ist die Kernaufgabe des Journalismus und daran muss sich journalistische Qualität messen lassen. Journalismus ist das immerwährende Projekt der Aufklärung und lebenswichtig für das Funktionieren einer erfolgreichen Demokratie.

Die Rede ist als Video auf YouTube dokumentiert und wurde in leicht veränderter Fassung als Gastbeitrag von den Nürnberger Nachrichten veröffentlicht: „Von Hütern der Demokratie und ihren Gegenspielern. Warum Journalismus so wichtig für unsere Gesellschaft ist und bleiben wird: Ein Gastbeitrag des Eichstätter Professors Klaus Meier“. In: Nürnberger Nachrichten vom 24. Juli 2018, S. 15. Eine gekürzte Fassung des Gastbeitrags findet sich auf nordbayern.de.

Lehrbuch Journalistik: 4. Auflage erschienen

Journalistik_4_KartonWas müssen Studierende im Fach Journalistik/Journalismus im ersten oder zweiten Semester wissen? Im digitalen Zeitalter mit einem raschen Medienwandel ist diese Frage nicht leicht zu beantworten. Im vergangenen halben Jahr habe ich mich damit wieder intensiv beschäftigt und das Lehrbuch Journalistik, das 2007 zum ersten Mal erschienen ist, erneut überarbeitet. Heute ist die vierte Auflage erschienen.

Grundlage bleibt mit Sicherheit die Aufgabe des Journalismus in Gesellschaft und Demokratie (und damit ein wesentlicher Baustein zur Theorie des Journalismus), aber auch die Forschungsmethoden und wichtigsten Erkenntnisse der Journalismusforschung sind basal. Dazu gehören klassisch die Geschichte des Journalismus und ein weltweiter Vergleich der Kommunikationsfreiheit, die Nutzung und Wirkung von Journalismus und Medien, die ökonomischen Grundlagen von Medienunternehmen, die Herausforderungen der Redaktionsorganisation oder zentrale Debatten um Realität und Objektivität, Qualität und Ethik. In vielen Kapiteln und Unterkapiteln mussten Entwicklungen der letzten Jahre ergänzt werden (Social Media, YouTuber, Fake News, Filterblasen, Netzwerkdurchsetzungsgesetz – um nur ein paar Schlagworte zu nennen). Zudem mussten natürlich alle Zahlen, Daten und Tabellen auf den neuesten Stand gebracht werden.

Ist die Überarbeitung gelungen? Für Kritik und Lob, Anregungen und Ergänzungen per Mail oder als Kommentar zu diesem Betrag hier danke ich sehr. Mit Erscheinen der vierten Auflage werde ich das Blog zum Buch nun endgültig aufgeben; es wird zumindest für einige Zeit als Archiv öffentlich bleiben. Ich habe ja schon seit zweieinhalb Jahren nichts mehr darin geschrieben. Andere Plattformen, wie die Website des Studiengangs Journalistik, dieser persönliche Blog hier oder meine berufliche Kommunikation auf Facebook bieten Möglichkeiten genug.

Constructive Journalism: article on the reaction of the audience published

ConstructiveThe international scientific journal “Journalism Practice” has published my article “How Does the Audience Respond to Constructive Journalism?” with a couple of other articles in a special issue on constructive forms in journalism. You can find my original article here; if you are interested, but do not have access, please send me a note.

Taking a holistic definition of constructive journalism as a basis, two experiments examined the audience responses to German-language news and features presented to readers and radio listeners in both constructive and non-constructive versions. The results are multifaceted. On the micro-level, constructive forms can counteract a negative view of the world because the audience recognises a solution-orientation and underlying spirit of hope. The increased willingness to share constructive stories indicates, on the macro-level, that constructive reporting can raise the perception of possible solutions and role models and hence encourage engagement and emulation. But the hopeful prospects should not be used to simply garnish a difficult problem at any price and maintaining a distance from positive examples is advisable—otherwise, the constructive story runs the risk of being perceived as a commercial or political influence.

ARD-alpha berichtet über Ars legendi-Preis

25311074_1609022682474286_9000757383036689582_o“Wie geht gute Lehre?”, fragte das Campus-Magazin von ARD-alpha. Die Sendung porträtierte drei Hochschulprofessoren, die für ihre außerordentlichen Leistungen in der Lehre ausgezeichnet wurden. Es ist mir eine Ehre, aufgrund des Ars legendi-Preises zusammen mit einem wunderbaren Organisten und einer fabelhaften Professorin für Anatomie porträtiert zu werden, die beide von der Unicum Stiftung zu “Professoren des Jahres” gewählt wurden. Hier geht’s zum Beitrag: https://www.br.de/mediathek/video/praemierte-professoren-wie-geht-gute-lehre-av:5a3193b3658344001cc6895f?t=1s

Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre 2017

Ars-Legende-Preis 2017Der Stifterverband für die Wissenschaft und die Hochschulrektorenkonferenz haben mir am Dienstag an der Goethe-Universität Frankfurt den Ars legendi-Preis 2017 für exzellente Hochschullehre überreicht. Diese bundesweite Auszeichnung wird fachübergreifend seit 2006 vergeben. Das Jahresthema lautete dieses Mal: Praxisbezüge und Praktika im Studium. Die Jury sah mich als “Taktgeber und Motor bei der Verzahnung von kommunikationswissenschaftlicher Theorie und Journalismusforschung mit praktischer Ausbildung”. Studierende hielten bei der Preisverleihung eine Laudatio. Das Foto (von Uwe Dettmar) zeigt die Studenten Lukas von Eyb und Lukas Müller, Bettina Jorzig vom Stifterverband und die Studentin Bernadette Uth. Hier meine Dankesworte bei der Preisverleihung:

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Kooperationsprojekt mit dem „Spiegel“: Wie werden Multimedia Stories genutzt?

Foto-Spiegel-Konferenz Praesentation_TitelEin Lehrforschungsprojekt in Kooperation mit Spiegel online hat uns nach Hamburg in den legendären Konferenzraum K4 des Spiegel geführt. Dort präsentierte das zweite Semester des Masterstudiengangs “Journalistik mit Schwerpunkt Innovation und Management” vor Redakteuren des neuen Multimedia-Ressorts mit Ressortleiter Jens Radü (Zweiter von rechts) Ergebnisse zur Nutzung, Bewertung und Wirkung von Multimedia Stories bzw. Visual Stories, wie der Spiegel sie nennt. Die Studierenden hatten 153 Nutzer in mündlichen Intensivinterviews befragt.

Einige Ergebnisse: Sehr gute Visual Stories sind informativer, werden länger genutzt und es würde mehr dafür bezahlt – aber sie sorgen nicht unbedingt für mehr Wissen und Erinnerungsleistung beim Publikum als Stories, die den professionellen Qualitätskriterien weniger entsprechen. Die Ergebnisse werden wir zusammen mit Jens Radü veröffentlichen – Infos dazu folgen.

La Roches Einführung in den praktischen Journalismus: 20. Auflage erschienen

978-3-658-16658-8_Hooffacker,Meier_FinalerAbzug_kommentiert_KM_Seite_001Die “Einführung in den praktischen Journalismus” von Walther von La Roche ist seit mehr als 40 Jahren das Standardwerk für angehende Journalistinnen und Journalisten. Ich hatte die Ehre, seit 1999 mit ihm das Buch aktualisieren zu dürfen. Nach seinem Tod 2010 haben Gabriele Hooffacker und ich die Einführung in seinem Sinne für weitere Auflagen bearbeitet – und nun haben wir uns zusammen mit dem Verlag entschieden, Autorschaft und Titel zu ändern. Der Klassiker heißt jetzt ab der 20. Auflage “La Roches Einführung in den praktischen Journalismus”. So steht “Der La Roche” in sehr aktueller Form weiterhin zur Verfügung und unser geliebter und geschätzter Kollege lebt in seinem Werk weiter.

Buch Journalismusforschung in zweiter Auflage erschienen

Journalismusforschung_2Das Buch “Journalismusforschung. Stand und Perspektiven”, das ich zusammen mit Christoph Neuberger herausgegeben habe, ist nun in zweiter Auflage erschienen. Die Texte wurden nicht nur aktualisiert, sondern auch stark erweitert. Aus den 245 Seiten der ersten Auflage sind nun 430 Seiten geworden. Die Autorinnen und Autoren haben ihre Beiträge zum Teil neu schreiben oder zumindest ergänzen müssen, zum Teil haben wir neue Texte zu aktuellen Trends aufgenommen. Der Journalismus- und Medienwandel fordert die Wissenschaft heraus. “Auch die Journalismusforschung muss – wie andere Felder der Kommunikationswissenschaft – ihre Beobachtungs- und Deutungsinstrumente justieren”, schreiben wir in der Einleitung.

Der Verlag stellt das Inhaltsverzeichnis und ein paar Seiten aus der Einleitung zur Ansicht zur Verfügung. Hier die Beschreibung im Nomos-Buch-Shop und hier der Link für alle, die Zugang zur Nomos-e-library haben.

Auszeichnung

Zweimal Grund zu Freude am Dies Academicus der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt: Unsere Absolventin Katharina Henning wurde für ihre Masterarbeit zum “Konstruktiven Journalismus”, die ich betreuen durfte, ausgezeichnet (Preis der Maximilian-Bickhoff-Universitätsstiftung). Ich erhielt den Preis für innovative Lehre (der LIGA-Bank-Stiftung) für das Modul “Organisation von Redaktionen und Medien”, in dem die Studierenden des Studiengangs “Journalistik mit Schwerpunkt Innovation und Management” als Redaktionsberater geschult und gecoacht werden. Kooperationspartner waren und sind Redaktionen von z.B. Bayerischem Rundfunk, Hessischem Rundfunk, SAT1.Bayern, Nürnberger Nachrichten oder Funkhaus Ingolstadt. Weitere Infos zur Masterarbeit über ”Konstruktiven Journalismus” und zum Modul ”Organisation von Redaktionen und Medien”.

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