Studie zu Transparenz und Vertrauen im Journalismus erschienen

Wie können Journalisten Transparenz gegenüber ihrem Publikum herstellen? Und: Schafft Transparenz tatsächlich mehr Vertrauen? – Transprenz ist zu einem neuen „Buzzword“ geworden und liegt im Trend der digitalen Öffentlichkeit, ist aber nicht eindeutig, sondern widersprüchlich und komplex zu bewerten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die ich zusammen mit Julius Reimer und Studierenden am Institut für Journalistik der TU Dortmund zwischen Oktober 2009 und Juli 2010 durchgeführt habe. Die Forschungsergebnisse sind nun in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Publizistik erschienen. Der Beitrag ist an vielen Unis aus dem Campusnetz heraus kostenlos abrufbar (das Abstract für alle sichtbar). Mehr Infos dazu auch in meinem Lehrbuch-Blog.

Drei Beiträge erschienen: Crossmedia aus verschiedenen Perspektiven

Das Buch „Crossmedia – Wer bleibt auf der Strecke?“ bündelt die Vorträge der Medientage Passau vom November 2009. Dem Herausgeberteam um Ralf Hohfeld ist ein Band gelungen, der einen guten Überblick über Theorie und Praxis der aktuellen Entwicklungen im Journalismus rund um den Themenkreis Konvergenz und Crossmedia bietet. Autoren sind Wissenschaftler und Journalisten. In meinem Beitrag „Crossmedialer Journalismus. Eine Analyse redaktioneller Konvergenz“ fasse ich alle Studien zu diesem Thema zusammen, an denen ich in den letzten Jahren beteiligt war.

Einen ähnlichen Beitrag – allerdings für ein wissenschaftliches Publikum in Südamerika – habe ich für die Zeitschrift „Comunicacíon y Ciudadanía“ geschrieben, die an der Universität Externado de Colombia in Bogotá herausgegeben wird. Der Beitrag ist Dank der Übersetzung von María Ángela Torres im Heft 3/2010 erschienen – unter dem Titel El Periodismo en cambio. Digitalización y convergencia de redacciones en Alemania“ (Journalismus im Wandel. Digitalisierung und redaktionelle Konvergenz in Deutschland).

Für das deutsch-russische Handbuch „Journalistische Genres in Deutschland und Russland“ (hg. von Alla G. Bespalova, Evgenij A. Kornilov und Horst Pöttker) habe ich einen kleinen Beitrag zum Stichwort „Crossmediale Genres“ verfasst. Dort geht es um plattformübergreifendes Story-Telling, das in Redaktionen entwickelt werden muss, die nicht nur in einem Medium veröffentlichen, sondern mehrere Plattformen bedienen. Der Anspruch, nicht alle Medien gleichzeitig und gleichwertig zu bestücken, sondern gemäß den Nutzererwartungen an die jeweilige Plattform, hat zur Folge, dass ein crossmedialer Workflow zwischen den Plattformen angestrebt wird.

Buchbeitrag erschienen: Redaktion als Institution der Medienethik

Redaktionen tauchen in medienethischen Studien und Ratschlägen nur en passant auf – und nicht als eigenständige Institutionen der Medienethik. Dass sich dies in der Redaktionspraxis zurzeit ändert und auch ändern sollte, begründe ich in einem Beitrag für das neue „Handbuch Medienethik“, das Christian Schicha und Carsten Brosda herausgegeben haben und das gerade erschienen ist. Einige Stichworte meines Betrags: redaktionelle Verantwortung, Redaktionskodex, offene/transparente Redaktion, Ombudsmann, Leserbeirat, Fehlerkorrekturen. Die Perspektive: Die Redaktion ist die Institution, die eine Werteorientierung garantieren und dem Publikum signalisieren muss. Jede einzelne Redaktion muss um Vertrauen beim Publikum werben, um das diffuse Misstrauen zu durchbrechen, das sich auf alle Medienanbieter gelegt hat.

Integración de redacciones en Austria, España y Alemania: modelos de convergencia de medios

Unser Artikel über redaktionelle Konvergenz ist nun in der spanischen Zeitschrift Anàlisi erschienen, die von der Universidad Autónoma de Barcelona herausgegeben wird. Der Beitrag steht komplett zum Download im Internet.

El presente artículo trata sobre el trabajo de los periodistas en las redacciones que elaboran contenidos para múltiples medios: prensa, radio, televisión, Internet y otros. El estudio explora los procesos de cambio en las prácticas periodísticas y el flujo de trabajo en las redacciones de seis empresas de comunicación en tres países. Los resultados plantean la existencia de tres modelos diferentes de convergencia de redacciones: el de integración plena, el de colaboración entre redacciones y el de coordinación de soportes aislados, cada uno con sus propios rasgos configuradores. Aunque ninguno de los modelos propuestos existe de forma pura y ninguna de las compañías analizadas cumple totalmente los requisitos de cada uno, buena parte de las experiencias de integración marcan distintos grados de desarrollo empresarial y polivalencia periodística.

Die deutschsprachige Version und die englischsprachige Version legen inhaltlich unterschiedliche Akzente, fassen aber natürlich auch die Kernergebnisse unseres transnationalen Forschungsprojekts zusammen.

Am 3. und 4. Dezember 2009 werden wir die Ergebnisse des Forschungsprojekts mit Chefredakteuren österreichischer Tageszeitungen bei einem Workshop in Innsbruck diskutieren.

„Crossmedia“ – Keynote bei den Medientagen Passau

Der 6. November ist der Höhepunkt der Medientage Passau: Bekannte Journalisten – wie Christian Jakubetz, Andreas Bachmann oder Thomas Kießling – bieten Workshops rund um das Thema „Crossmedia“ an. Ralf Hohlfeld hält seine Antrittsvorlesung als Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft an der Universität Passau: „Krise oder Strukturwandel? Publizistische Qualität in neuen Öffentlichkeiten“. Und ich darf die Keynote sprechen: „Crossmedialer Journalismus im Newsroom“.

Thema Transparenz: Interview im Deutschlandfunk

Redakteurin Bettina Köster der Sendung „Markt und Medien“ im Deutschlandfunk hat ein Interview mit mir zum Thema „Transparenz im Journalismus“ geführt. Der sechsminütige Betrag wurde am Samstag, 25. Juli, gesendet (Teaser mit Link zum Flash-Player,  mp3-Datei zum Download). Die Beispiele, die ich erwähne: die Transparenz-Initiative „Öppen redaktion“ (2007 bis Juni 2009) der Sendung Aktuellt des schwedischen öffentlich-rechtlichen TV-Senders SVT; die Diskussion zum Sommerloch im Tagesschau-Blog und die Reaktionen darauf. Natürlich gibt es eine Menge anderer Beispiele, für deren Erwähnung keine Zeit mehr war: z.B. der Leserbeirat von Bild oder die zahlreichen Twitter-Feeds von Chefredakteuren und Redaktionen (unter Transparenz-Aspekten z.B. interessant: Christian Lindner von der Rhein-Zeitung, Anton Sahlender von der Main-Post oder die Redaktion von derwesten.de).

Nachtrag: Am 26. Oktober 2009 wurde ich für die Sendung „Markt und Medien“ zum Thema „40 Jahre Internet“ und im Kontext der Debatte um Qualität im Journalismus interviewt (mp3-Datei des Interviews; dazugehöriger Beitrag zu Qualität).

„Transparency in Journalism“: Vortrag auf der Konferenz „The Future of Journalism“ in Cardiff

Eines meiner aktuellen Forschungsprojekte beschäftigt sich mit der Frage nach Transparenz im Journalismus. Was auf den ersten Blick und in deutschen Ohren recht akademisch und theoretisch klingen mag, hat in anderen Ländern – und mitunter sogar in Deutschland – sehr praktische Auswirkungen: Offene Redaktionen lassen das Publikum teilhaben an den journalistischen Prozessen; Redakteure erklären und diskutieren ihre Entscheidungen; Redaktionskonferenzen werden ins Web übertragen; neue Themen entstehen erst in der Debatte mit den Nutzern oder werden darin weitergetrieben; Leserbeiräte entwickeln neue Themenfelder. „Transparency – telling the public how the media gets its stories – has become one of the biggest issues facing newspapers“, schrieb schon 2006 der Medienkritiker der „St. Petersburg Times“, Eric Deggans. Und die „American Journalism Review“ fragte, ob Journalismus nicht schon „too transparent“ geworden sei. „Transparency“ ist ein neues Buzzword der Medienbranche.

Mein Abstract zu diesem Thema wurde unter mehr als 300 Einsendungen für die Tagung „The Future of Journalism“ vom 9. bis zum 10. September 2009 in Cardiff ausgewählt. Diese Konferenz wird alle zwei Jahre von den renommierten Journals „Journalism Studies“ und „Journalism Practice“ an der Cardiff School of Journalism, Media and Cultural Studies organisiert. Mein Vortrag „Transparency in journalism: Credibility and trustworthiness in the digital future“ ist im Panel „Sources/Ethics“ eingeplant, in dem auch andere Wissenschaftler über Transparenz sprechen (vgl. Programm und Abstracts).

Buchbeitrag „Newsroom-Konvergenz in Tageszeitungen im internationalen Vergleich” erschienen

Unser Beitrag „Newsroom-Konvergenz in Tageszeitungen im internationalen Vergleich“ ist im Buch „Die österreichische Medienlandschfat im Umbruch“ erschienen. Der Sammelband wurde von Birgit Stark und Melanie Magin im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben.

Seminar „Medien-Konvergenz: Chance oder Schock?” in Zürich

Am 19. Mai lädt der Schweizerische Nationalfonds und der Schweizer Klub für Wissenschaftsjournalismus zum Seminar „Der multimediale Journalist – Medien-Konvergenz: Chance oder Schock?“. Ich darf zusammen mit Peter Wippermann (Uni Essen), Holger Dambeck (Spiegel online), Jodok Kobelt (Journalismus-Trainer) und den Verantwortlichen der Tagesschau (SF Schweizer Fernsehen) referieren. Dass die Tagung die Themenbereiche redaktionelle Konvergenz und Wissenschaftsjournalismus zusammenbringt, finde ich sehr spannend und wichtig. Studierende der Hochschule Darmstadt arbeiten zurzeit in Abschlussarbeiten an diesem Thema. Ich bin gespannt auf die Erfahrungen der Schweizer Kollegen.